Am 21. November 2026 findet in der Rheinhalle in Remagen der Tag der Demokratie statt. Unter dem Motto „Demokratie Macht Wahrheit“ erwartet die Besucher:innen von 13 bis 17 Uhr ein umfangreiches Programm: Mehr als 30 Infostände mit verschiedenen Aktionen für Jung und Alt, Kunstinstallationen und -aktionen, Gesprächsinseln und kulinarische Angebote laden zum Diskutieren, Erleben und Mitmachen ein.
Remagen. Der Tag der Demokratie wird auch in diesem Jahr vom Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie organisiert. Veranstalter ist in diesem Jahr Politischer Arbeitskreis Schulen e.V., gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Bereits seit Anfang des Jahres treffen sich rund 20 Engagierte monatlich auf dem RheinAhrCampus, um die Großveranstaltung vorzubereiten. Das Ergebnis ihrer ehrenamtlichen Arbeit präsentieren sie am 21. November 2026 ab 13 Uhr in der Rheinhalle. Bereits um 12 Uhr findet an der Friedenskapelle „Schwarze Madonna“ ein interreligiöses Gebet mit Vertretern dreier christlicher Konfessionen und Muslim:innen statt. Genau wie der gesamte Tag der Demokratie steht das interreligiöse Gebet unter dem Motto „demokratie macht wahrheit“. „Als religiöse Menschen wollen wir an diesem besonderen Ort unsere Gedanken zu diesem Motto deutlich machen und zeigen, dass auch wir für die demokratischen Werte einstehen“, erklärt Monika Bliss, eine der Mitorganisatorinnen.
Die drei Begriffe des Mottos „demokratie macht wahrheit“, die bewusst unterschiedlich gelesen werden können, stehen für die Organisator:innen in vielfältigen Beziehungen zueinander. In verschiedenen partizipativen Formaten, beim Gespräch mit eingeladenen Expert:innen, an Infoständen und durch Ausstellungen wollen die Veranstalter:innen diese und weitere Fragen gemeinsam mit den Besucher:innen beleuchten und Raum zur Debatte schaffen. Der Titel soll Gedanken und Debatten anregen, die während der Veranstaltung verfolgt werden: Wer macht, wer handelt eigentlich in unserer Demokratie? Welche Verantwortung geht mit Macht einher? Was kann ich eigentlich machen, um unsere Demokratie zu schützen? Was passiert mit unserer Gesellschaft, wenn Wissen (und damit Macht) in wenigen Händen konzentriert ist? Wie verändern soziale Medien und ihre Algorithmen unsere Sicht auf die Welt? Wie können wir in Zeiten von generativer KI und Deepfakes noch erkennen, was wahr ist? Was können wir extremistischen Akteuren entgegensetzen, die ihre Sicht als die einzige Wahrheit ausgeben? Wie können wir ein gleichberechtigtes, demokratisches Miteinander auch im digitalen Raum gestalten?
Diesen Fragen können die Besucher:innen auf den Gesprächsinseln im Gespräch mit Expert:innen nachgehen. Unter den drei Schlagworten des Mottos finden zwischen 13:30 und 16:15 Uhr jeweils drei 45-minütige Gesprächsinseln statt.
Unter dem Oberthema „demokratie“ diskutiert Dr. Marc Jan Eumann, Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz darüber, was ein Handyverbot an Schulen bringt; mit Dirk Specht können die Besucher:innen über die Chancen und Risiken von künstlicher Intelligenz (KI) für die Demokratie ins Gespräch kommen.
Unter der Überschrift „macht“ zeigt Prof Dr. Uwe Jaekel, welche Macht KI heute schon in unserem Alltag hat, ein Oberstaatsanwalt und eine Jugendschöffin gehen der Frage nach, welche Macht in Rechtsprechung steckt, und Maximilian Berhardt von der Bundeswehr erklärt, ob russische Desinformation eine Gefahr für unsere Streitkräfte und Gesellschaft darstellt.
Auf den Gesprächsinseln zum Thema „wahrheit“ spricht Gordana Rammert, operative Geschäftsführerin des „Volksverpetzer“ über die Macht über die Wahrheit; Matthias Neff, Songül Erdem und Rim Mohamed tauschen Erfahrungen aus dem interreligiösen Dialog dazu aus, wie wir besser mit Andersdenkenden reden können und Pfarrer a. D. Wilfried Neusel diskutiert zum Abschluss, ob die christliche Soziallehre eine Alternative zur Technokratie sein kann.
Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema erwartet die Besucher:innen ein abwechslungsreiches Programm in der Rheinhalle: Mehr als 30 Organisationen von Amnesty International über den Gemeinschaftsgarten Remagen und den Postsportverein bis hin zum Verein „Würde unantastbar“ stellen ihre Arbeit auf der Infomeile in der Rheinhalle vor. Viele der Organisationen und Parteien bieten zudem Mitmachaktionen für Jung und Alt an: Es gibt die Möglichkeit, sich spielerisch mit dem Thema Demokratie auseinanderzusetzen, in einer Fotobox, durch ein Statement-Armband oder auf einer Würdetafel Gesicht für die Demokratie zu zeigen und jede Menge Möglichkeiten, sich mit den ausstellenden Organisationen auszutauschen. Zudem sorgt ein Café im Foyer für das leibliche Wohl der Besucher:innen: Dort verkaufen die Organisator:innen Kaffee und Kuchen, der Migrationsbeirat eine große Paella und Merida e. V. türkische Delikatessen. Auch mehrere Künstler:innen beteiligen sich mit Installationen und Aktionen am Tag der Demokratie in der Rheinhalle.
Das ganze Programm zur Veranstaltung finden Interessierte immer aktuell auf der Homepage www.tagderdemokratie-remagen.de oder auf Instagram @tag_der_demokratie_remagen.
Bereits seit 2012 veranstaltet das „Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie“ den „Tag der Demokratie“. Jedes Jahr im November setzen Bürger:innen, Vereine, Kirchen und lokale Initiativen ein Zeichen für Vielfalt, Toleranz und gesellschaftlichen Dialog. Entstanden ist die Veranstaltung aus Protesten gegen Versammlungen Rechtsextremer rund um das Friedensmuseum und die Friedenskapelle in Remagen, die bereits 2005 begannen. Gerade Remagen, dessen zerstörte Brücke bis heute als Mahnmal und Museum an die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs erinnert, war hier ein Vorreiter des demokratischen bürgerschaftlichen Engagements. Inzwischen hat der Tag der Demokratie überregionale Bedeutung erlangt und wurde von anderen Städten adaptiert.
- Foto: #jetztinBonn
- Foto: Tag der Demokratie
- Foto: #jetztinBonn
- Foto: Tag der Demokratie
- Foto: Tag der Demokratie
- Foto: Tag der Demokratie
- Foto: Tag der Demokratie/Mathias Birsens
- Foto: Tag der Demokratie/Mathias Birsens
- Foto: Tag der Demokratie/Mathias Birsens
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